Allgemeines
Fast ein „Muss” für alle jungen Männer ab 16 Jahren in unserer Gemeinde.
Neben der Kameradschaft ist auch die Bereitschaft zum Anpacken bei der jährlich am letzten
Septemberwochenende durchgeführten Kirmes und beim „Maibaumstellen” am 1. Mai gefragt.
Bei dieser Gelegenheit werden im Anschluss die Neuzugänge „getauft”, ein hartes Ritual, das ganze Kerle verlangt. Am Kirmesmontag wird traditionell auch der Hahnekönig ermittelt, der sich seine Hahnekönigin erwählt und dann ein Jahr lang die Königskrone bewahrt.
Für die Besuche bei befreundeten Vereinen ist vor allem Kondition beim Feiern und Trinken gefragt. Der Verein wird 2026 bereits 113 Jahre alt.
Die diesjährige Kirmes findet vom 26.09.2026 bis 03.10.2026 statt.
Sobald das Programm feststeht, wird es auch hier veröffentlicht.
Im Februar 2026 hat der JGV noch 30 aktive Mitglieder sowie weitere inaktive Mitglieder.
Ansprechpartner: Markus Retterath - Tel.: 01516/5673318
Auszug aus der Chronik
Der Junggesellenverein wurde im Jahr 1913 von Mitgliedern des Männergesangvereins gegründet. Anfangs studierten die Mitglieder Theaterstücke ein. Dann zogen sie mit einem Wagengespann in die umliegenden Orte, wo sie „Hedwig, die Banditenbraut“ und andere Schwänke aufführten.
Im Jahr 1936 stellten die Reifferscheider Junggesellen den zweithöchsten Maibaum im Deutschen Reich (nach Berlin) auf. Während des Zweiten Weltkrieges ruhte die Vereinsarbeit. Aber schon 1946 wurde sie
wiederbelebt. Anlässlich seines 40-jährigen Bestehens im Jahr 1953 ließ der Verein eine neue Fahne anfertigen, die er noch heute besitzt. Zwischen 1960 und 1971 ruhten die Vereinsaktivitäten; trotzdem stellten die Reifferscheider Junggesellen Jahr für Jahr einen Maibaum auf und pflegten örtliches Brauchtum.
Josef Thelen, der 1972 zum Präsidenten gewählt wurde, brachte wieder Schwung ins Vereinsleben. 1983,
anlässlich seines 70-jährigen Bestehens, schaffte der Verein wieder eine neue Fahne an, die er bis heute bei Festen und Fahrten mitführt. Seit 1988 werden die Namen sämtlicher Hahnenkönige auf einer Krone verewigt.
Die St. Michaels-Kirmes-Reifferscheid wird seit Jahrzehnten vom Junggesellenverein organisiert.
Anlässlich seines 100-jährigen Bestehens im Jahr 2013 inszenierte der Verein das traditionelle
Maibaum-Aufstellen am 1. Mai als nostalgisch angehauchtes Spektakel. Die jungen Männer trugen dabei Schlägerkappen, karierte Hemden und Kniebundhosen mit Hosenträgern. „Wir haben ein Foto aus dem Jahr 1936, und danach haben wir uns gerichtet“, sagte der damalige Vereinsvorsitzende Mario Müller der Rhein-Zeitung.
Der Baum war bereits an Silvester im Gemeindewald bei Niederadenau geschlagen worden. Mit einem Trecker wurde er von den Junggesellen am frühen Morgen des 1. Mai über die rund zehn Kilometer lange, steile und kurvige Strecke zum Ortseingang von Reifferscheid geschleppt. Der Trecker wurde dort gegen zwei Pferde ausgewechselt. Per Pferdefuhrwerk wurde der 36 Meter lange und fast zwei Tonnen schwere Fichtenstamm dann an vielen Zuschauern vorbei durch das Dorf transportiert. Dann wurde der einschließlich Spitze rund 43 Meter lange Baum durch Muskelkraft aufgerichtet.
Im September 2013 - der Verein hatte zu dieser Zeit 57 Mitglieder - feierten die Junggesellen das Vereinsjubiläum mit einer Tanzparty im Festzelt sowie mit Fahnenweihe, Festkommers, einem Umzug durchs Dorf und dem traditionellen Hahneköppen. Pfarrer a.D. Michael Schaefer, ein gebürtiger Reifferscheider, segnete die von dem damaligen Ortsbürgermeister Mike Henneberger gestaltete neue Vereinsfahne während eines
Festgottesdienstes ein. Mike Henneberger hatte auch die neue Hahnenkönigskrone entworfen. Die neue und die Traditionsfahnen wurden im Festzug mitgeführt. Der Vereinsvorstand besteht im Jubiläumsjahr aus Mario Müller (Vorsitzender), René Löhr (2. Vorsitzender), Thorsten Bohn (Kassenwart), Pascal Dismon (Schriftführer), Martin Bohn, Jan Kläsgen, Kevin Kläsgen (Beisitzer) und Dennis Müller (Zeugwart).
35 Mitglieder zählte der Junggesellenverein im September 2022, davon waren 20 aktiv. Vorsitzender war
Pascal Dismon.
