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Gemeinde

  Waldbegang in Reifferscheid

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

die Gemeinde hatte am Freitag, den 29. Mai, 18.30 Uhr einen Waldbegang durchgeführt.

Zur gemeinsamen Waldbegehung waren Waldbesitzer, Jäger/Jagdausübungsberechtigte, Vertreter der Gemeinde, Vertreter der Jagdgenossenschaft und interessierte Bürger eingeladen.

Ein Waldbegang (auch Waldbegehung genannt) dient allgemein der Forstkontrolle, der Information von politischen Gremien (z. B. Gemeinderat) oder Bürgern sowie der gemeinsamen Abstimmung über die zukünftige Bewirtschaftung eines spezifischen Waldgebiets. Es geht darum, unterschiedliche Standpunkte, wie Waldverjüngung, jagdliche Maßnahmen und waldbauliche Ziele der Waldbesitzer in Einklang zu bringen und Respekt, Anerkennung und die erforderliche Wertschätzung für den einzelnen Bereich hervorzurufen.

Nachdem wir die Corona-Epidemie im Wesentlichen überwunden haben, findet in Reifferscheid wieder der jährliche Waldbegang statt, der von der Ortsgemeinde organisiert und gemeinsam mit unserem Förster, Herrn Jens Willen, durchgeführt wurde.

Zum vereinbarten Zeitpunkt hatten sich zahlreiche Gemeinderatsmitglieder, Jagdausübungsberechtigte und interessierte Bürger vor dem Dorfgemeinschaftshaus eingefunden.

Nach einer Begrüßung durch den Ortsbürgermeister und Einführung in den konkreten Ablaufplan durch unseren Förster, Herrn Jens Willen, wurde zu den einzelnen Stationen gefahren.


Feststellungen und Bewertung der ersten Station (Abt. 11a/Gemeindewald):

Bei der Abteilung 11a handelte es sich um einen ca. 55 Jahre alten Fichtenbestand, der aufgrund von Windwurf und Käferbefall eingeschlagen wurde.

Im Nachgang erfolgte eine Aufforstung in 10 Klumpen, 300 Buchen und 200 Hainbuchen, die durch den Einsatz von Trico-Wildverbissschutzmittel geschützt wurden.

Trotzdem kam es im genannten Gebiet nahezu zu einem Totalausfall infolge des Verbisses von Rot- und Damwild.

Es wurde eine Nachpflanzung mit den gleichen Baumarten erforderlich, diesmal allerdings durch den Einsatz von Schutzhüllen, Tubex Nature, die auf Kosten des Jagdausübungsberechtigten, Herrn Philipp Ackers, durchgeführt wurde.

An dieser Stelle herzlichen Dank an Herrn Ackers, der diese nicht unerheblichen Kosten für die Sache und die Gemeinde Reifferscheid übernommen hat.

Trotz allem konnte immer noch vor Ort eine starke Zerstörung der Schutzhüllen durch Rotwild festgestellt werden, sodass es erforderlich war, die Schutzmaßnahmen zu erhöhen.

Dies konnte mittels Gatterbau, im speziellen Fall durch den Bau eines Hordengatters um die Klumpen, bewerkstelligt werden. Der Bau der Hordengatter konnte vom Forstbetrieb Bohn aus Reifferscheid übernommen werden. Auch hier ist positiv zu erwähnen, dass besagter Auftrag an ein einheimisches Unternehmen vergeben werden konnte.

Auch die hierbei entstandenen Zusatzkosten wurden wieder von dem Jagdpächter, Herrn Ackers, übernommen. Hierfür nochmals recht herzlichen Dank seitens der Gemeinde.


Feststellungen und Bewertung der zweiten Station (Abt. 12c/Gemeindewald):

Bei der Abteilung 12c handelt es sich um einen 130 Jahre alten Traubeneichenbestand, der stark bis sehr stark durch Eichenprachtkäfer und Trockenheit gefährdet ist.

Ein Vergleich der in den letzten Jahren entnommenen Käferbäume und einer nicht durchforsteten Fläche brachte keinen signifikanten Unterschied.

Die Anwärterin auf die Stelle des Herrn Jens Willen, der in Kürze seinen wohlverdienten Ruhestand antreten wird, Frau Jana Schneider, konnte uns vor Ort einen Versuch vorstellen, der im Nachbarrevier Müsch, welches zum Forstrevier Reifferscheid gehört, praktiziert wurde.

Dort wurden Esskastanien in die durch Entnahme entstandenen Bestandslücken gepflanzt und mit Schutzhüllen Tubex Nature versehen.

Die Esskastanien sollen die entstandenen Lücken im Bestand aufgrund ihrer Schnellwüchsigkeit und Toleranz gegen Trockenheit schließen, damit die Begleitvegetation, unter anderem aus Brombeere, nicht zur Verdrängung führt, sodass auch keine Naturverjüngung anwachsen kann und Pflanzungen massiv erschwert werden. Dies ist auch nach Absprache mit der Gemeinde auf dieser Fläche in Reifferscheid angebracht.                      

Esskastanie ist hoffentlich eine Baumart, die dem Klimawandel standhält. Sie wird seit der Römerzeit bei uns angepflanzt.

Während des ca. 2-stündigen Waldbegangs wurden durch Herrn Jens Willen in fachlich kompetenter Art und Weise die Thematiken dargelegt und auch die Fragen der Teilnehmer zu deren Zufriedenheit beantwortet.

Nach dem Waldbegang luden die beiden Jagdausübungsberechtigten, Frau Karla Bruckhaus und Herr Philipp Ackers, zu einem Umtrunk und Imbiss in den neuen Versammlungsraum in der ehem. Grundschule ein.


Insbesondere vor dem Hintergrund, dass dies der letzte Waldbegang mit unserem sehr beliebten Förster, Herrn Jens Willen, war.

Peter Leßmann, Ortsbürgermeister